Arbeiten mit internen Variablen
In Collector gibt es zwei Arten von internen Variablen, zum einen die Fragebogenvariablen, die zu Fragen innerhalb eines Fragebogens gehören, und zum anderen die Panelvariablen, die Informationen zu den Panel-Mitgliedern beinhalten. Beide Variablenarten können in Fragebögen eingesetzt werden, um z.B. Sprünge oder Aktionen bedingungsgebunden ausführen zu lassen oder die in den Fragen gespeicherten Angaben sichtbar zu machen.
 
Diese Seite beschreibt den Umgang mit den internen Variablen, wenn Sie Bedingungen für Sprünge, Plausibilitätsprüfungen, Aktionen sowie Filter definieren und wenn Sie Variablenwerte mittels Platzhaltern verwenden wollen.

 

Einleitung

Wie komme ich zur Definition einer Bedingung?

  1. in der Menüleiste (ganz oben) auf "Fragebögen" -> "Übersicht" klicken

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  2. den Fragebogen markieren (1x anklicken), er ist dann gelb hinterlegt

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  3. in der Iconleiste (oben rechts) auf das zweite Icon "Öffnen" Bild klicken

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  4. den Abschnitt markieren (1x anklicken), er ist dann gelb hinterlegt

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  5. in der Iconleiste (oben rechts) auf das zweite Icon "Öffnen" Bild klicken

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  1. die Frage markieren (1x anklicken), vor welcher Sie (a) den Sprung, (b) die Plausibilitätsprüfung oder (c) die Aktion einfügen möchten; sie ist dann gelb hinterlegt

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  1. (a) in der Iconleiste (oben rechts) auf das dritte Icon "Sprung hinzufügen" Bild klicken oder
    (b) in der Iconleiste (oben rechts) auf das vierte Icon "Neue Plausibilitätsprüfung" Bild klicken oder
    (c) in der Iconleiste (oben rechts) auf das fünfte Icon "Neue Aktion" Bild klicken

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  1. (a) bei Art des Sprunges die Option "Konditioneller Sprung" wählen

    oder
    (c) bei Evaluation die Option "Bedingungsgebunden" wählen

Wie komme ich zur Definition von Panelfiltern?

  1. in der Menüleiste (ganz oben) auf "Panels" -> "Filter" klicken

  2. in der Iconleiste (oben rechts) auf das erste Icon "Hinzufügen" Bild klicken

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Variablen auswählen

Variablen kann man immer dort auswählen, wo nach einem Ausdruck gefragt wird und ein Lupen-Icon erscheint:
Dabei können in das Textfeld einzelne Variablen, mehrere Variablen (mit Rechenoperatoren verknüpft), Zahlenwerte, Variablen und Zahlenwerte (mit Rechenoperatoren verknüpft) oder auch Texte (immer mit einem Apostroph beginnend) eingetragen werden.
Wenn Sie die Variablennamen kennen, können Sie diese Zeichen für Zeichen eintippen. Wenn Sie die Variablennamen nicht kennen, können Sie mit einem Klick auf das Lupen-Icon Bild unter den verfügbaren Variablen auswählen.
 

Auswählen von Fragebogenvariablen

Nach dem Anklicken des Lupen-Icons Bild erscheint das Fenster "Variable auswählen":
Die (zur Verfügung stehenden) Fragebogenvariablen befinden sich im Abschnitt "Hauptabschnitt" oder in einem der anderen Fragebogen-Abschnitten. Aufgelistet sind alle Fragen, die einen Variablennamen haben, gemeinsam mit dem jeweiligen Fragetext. Sollten Fragen nicht angezeigt werden oder der gesamte Abschnitt leer sein, dann haben die Fragen keinen Variablennamen. In diesem Falle müssen Sie zunächst das Bearbeitungsfenster der betroffenen Fragen öffnen und einen Variablennamen vergeben (s.a. Abschnitt "Fragebogenvariablen anlegen").
 
Wählen Sie eine Variable aus, indem Sie diese anklicken und anschliessend den Button "Auswählen" betätigen. Im Falle einer Einfachauswahl-Frage oder einer offenen Frage wird der entsprechende Variablenname automatisch in das Textfeld bei Ausdruck eingetragen. Im Falle von Mehrfachauswahl-, Matrix- oder Kombi-Fragen, die immer mehrere Variablen benötigen, wird zunächst ein weiteres Fenster geöffnet, das die Antwortoption, die Sub-Frage bzw. die Zeile und die Spalte abfragt:
 
Wählen Sie die gewünschten Optionen aus, und betätigen Sie anschliessend den OK-Button. Der Variablenname (inkl. Zusatz) erscheint dann automatisch im Textfeld bei Ausdruck, im obigen Beispiel der Frage F5 würde "F5(3,2)" erscheinen. In Klammern hinter dem Fragebogenvariablennamen steht als erste Zahl die Nummer der Zeile und als zweite Zahl mit einem Komma getrennt die Nummer der Spalte.
 
Die nachfolgende Tabelle listet die verschiedenen Fragetypen und jeweils die Schreibweise der Zusatzinformationen in Klammern auf:
Fragetyp Beispiel Allgemeine Syntax Erklärung Zahlen in Klammern
Einfachauswahl f1 Variablenname
Einfachauswahl
Textfeld "sonstiges"
f1(t4) Variablenname(tAntwortmöglichkeit)
laufende Nummer der Antwortmöglichkeit
Offen f3 Variablenname
Schiebebalken f11 Variablenname
Mehrfachauswahl f2(3) Variablenname(Antwortmöglichkeit)
laufende Nummer der Antwortmöglichkeit
Mehrfachauswahl
Textfeld "sonstiges"
f2(t5) Variablenname(tAntwortmöglichkeit)
laufende Nummer der Antwortmöglichkeit
Matrix (Einfachauswahl) f4(3) Variablenname(Sub-Frage)
laufende Nummer der Sub-Frage
Drag&Drop (DropBox oder Reihenfolge) f9(2) Variablenname(draggable Item)
laufende Nummer des draggable Items
Matrix (Mehrfachauswahl oder Offen in Spalte 1) f7(3,1) Variablenname(Sub-Frage,Antwortmöglichkeit)
laufende Nummer der Sub-Frage,
laufende Nummer der Antwortmöglichkeit
Kombi-Frage (Einfachauswahl in Spalte 2) f5(3,2) Variablenname(Zeile,Spalte)
laufende Nummer der Zeile,
laufende Nummer der Spalte
Drag&Drop (Ein- oder Zweidimensional) f10(2,1) Variablenname(draggable Item,Dimension)
laufende Nummer des draggable Items,
Dimension (1=links/rechts, 2=oben/unten)
Kombi-Frage (Mehrfach-auswahl oder Offen in Spalte 4)
f8(3,4,1) Variablenname(Zeile,Spalte,Antwortmöglichkeit)
laufende Nummer der Zeile,
laufende Nummer der Spalte,
laufende Nummer der Antwortmöglichkeit

 

 

Auswählen von Panelvariablen

Panelvariablen werden aus dem entsprechenden Panelvariablenset ausgewählt. Bei Abschnitt wählen Sie zunächst das Panelvariablenset aus. Die Standard-Panelvariablen befinden sich immer im Variablenset "Personalien":
 
Zur Auswahl stehen alle verfügbaren Panelvariablen des ausgewählten Variablensets. Links ist der Variablenname notiert (fängt immer mit den Buchstaben "nq" an), rechts ist die Kurzbeschreibung der Variable notiert. Wählen Sie eine Variable aus, indem Sie diese anklicken und anschliessend den Button "Auswählen" betätigen. Wenn Sie anstelle des Auswählens in diesem Fenster die Variable manuell in das Textfeld bei Ausdruck schreiben wollen, verwenden Sie immer den Variablennamen (mit "nq" anfangend).

 
 

Bedingungen definieren

Eine Bedingung besteht immer aus mindestens einer Bedingungszeile, in der ein linker und ein rechter Ausdruck verglichen wird. In der Regel wird einer der beiden Ausdrücke eine Fragebogen- oder Panelvariable sein, während der andere Ausdruck einen Zahlenwert beinhaltet (bei offen Fragen sind auch Texte möglich). Komplexere Bedingungen bestehen aus mehreren Bedingungszeilen, die mit logischem UND oder ODER miteinander verknüpft sind.
 

Vergleichsoperatoren (zwischen zwei Ausdrücken)

Die beiden Ausdrücke einer Bedingungszeile können mithilfe von neun Vergleichsoperatoren verglichen werden. Den gewünschten Operator wählen Sie in der Auswahlliste, die zwischen den beiden Ausdrücken platziert ist, aus:
Beachten müssen Sie dabei, welchen Wertetyp die beiden Ausdrücke haben. Sie können entweder zwei Ausdrücke, die vom Wertetyp her Zahlen sind (inkl. Variablen der geschlossenen Fragen), oder zwei Ausdrücke, die vom Wertetyp Text sind (inkl. Variablen der offenen Freitext-Fragen), vergleichen. Für das Vergleichen zweier Zahlen-Ausdrücke stehen die ersten sechs Vergleichsoperatoren "entspricht", "ist grösser als", "ist kleiner als", "ist grösser oder gleich", "ist kleiner oder gleich" und "ist ungleich" zur Verfügung. Für das Vergleichen zweier Text-Ausdrücke stehen die letzten drei Vergleichsoperatoren "enthält", "enthält nicht" und "fängt an mit" sowie die beiden Vergleichsoperatoren "entspricht" und "ist ungleich" zur Verfügung.
 
Das obere Beispiel definiert die Bedingung: Die dritte Sub-Frage der Matrixfrage F4 ist kleiner als Wert 4.
 

Fragebogenvariablenwerte bei geschlossenen Fragen

Geschlossene Fragen unterscheiden sich bzgl. der Variablenwerte in Einfachauswahl und Mehrfachauswahl (diese Einstellung wird auch bei Matrixfragen gesetzt).
Jede Einfachauswahl hat genau eine Variable und die Antwortoptionen haben ihre individuellen (Zahlen-)Werte, die frei definiert werden können. Der Wert in der entsprechenden Variable kennzeichnet die ausgewählte Antwortoption. Standard ist eine Durchnummerierung beginnend mit dem Wert 1.
Jede Mehrfachauswahl hat pro Auswahlmöglichkeit eine eigene Variable, die entweder den Wert 0 (= nicht ausgewählt) oder einen frei definierbaren (Zahlen-)Wert (= ausgewählt) enthält. Standard für "ausgewählt" ist der Wert 1.
 
1. Beispiel Einfachauswahl:
Die Frage F1 (Abbildung, linke Seite) ist eine Einfachauswahl mit 4 Antwortoptionen. Die Antwortoption "Personalabteilung" hat den Wert 1, die Antwortoption "Verkauf" hat den Wert 2, usw.
Die Werte können im Fenster "Frage bearbeiten" (Abbildung, rechte Seite) frei definiert werden. 
 
2. Beispiel Mehrfachauswahl:
Die Frage F2 (Abbildung, linke Seite) ist eine Mehrfachauswahl mit 5 Antwortoptionen. Jede Antwortoption hat in ihrer Variable den Wert 1, wenn sie ausgewählt wurde.
Die Werte können im Fenster "Frage bearbeiten" (Abbildung, rechte Seite) frei definiert werden.
 

Fragebogenvariablenwerte bei offenen Fragen

Wenn man offene Fragen in den Ausdrücken einer Bedingung verwendet, handelt es sich zumeist um Text (anstelle von Zahlen). Da Text - genauso wie Variablennamen - mit Buchstaben anfangen kann, muss zur Unterscheidung ein Apostroph an den Anfang des Textes gesetzt werden. Dies ist nur dann nicht notwendig, wenn die offene Frage im Angabetyp als "Ganze Zahl" oder "Bruchzahl" eingestellt ist.
 
1.Beispiel Angabentyp "Freie Eingabe":
Die Frage F3 (Abbildung, oberer Teil) ist eine offene Frage vom Angabetyp "Freie Eingabe". Beim Ausdruck muss daher immer das Apostroph zu Beginn des Textes erscheinen, auch dann, wenn - wie im oberen Beispiel - gar kein Text folgt.
Das obere Beispiel formuliert die Bedingung: wenn F3 ist ungleich leer (oder anders formuliert: wenn in F3 irgendetwas drin steht).
 
2. Beispiel Angabentyp "Datum":
Die Frage F3 (Abbildung, oberer Teil) ist nun als offene Frage vom Angabetyp "Datum" angelegt. Beim Ausdruck muss hinter dem Apostroph das Datum in der Schreibweise tt-mm-jjjj angegeben werden.
Das obere Beispiel formuliert die Bedingung: wenn das Datum in F3 entspricht dem 27. Juni 2013.
 
Der Angabetyp "Uhrzeit" (keine beispielhafte Abbildung) verlangt im Ausdruck die Schreibweise hh:mm hinter dem Apostroph.
 
3. Beispiel Angabentyp "Ganze Zahl":
Die Frage F3 (Abbildung, oberer Teil) ist in diesem letzten Beispiel als offene Frage vom Angabetyp "Ganze Zahl" angelegt. Beim Ausdruck darf kein Apostroph am Anfang stehen. Es können auch nur die Vergleichsoperatoren für Zahlen-Ausdrücke verwendet werden.
Das obere Beispiel formuliert die Bedingung: wenn in F3 eine Zahl grösser 20 eingetragen wurde.
 

Logische Operatoren UND und ODER (zwischen Bedingungszeilen)

Wenn man eine Bedingung auf mehr als einer Variablen oder mehr als einem Variablenwert aufbauen möchte, dann benötigt man mehrere Bedingungszeilen. Eine weitere Bedingungszeile erzeugt man, indem man bei "Nächste Bedingung" einen der beiden logischen Operatoren UND oder ODER auswählt:
 
Die nachfolgenden Beispiele gehen von einer Frage (Variablenname "Alter") aus, bei der das Lebensalter in einer kategorisierten Einfachauswahl-Frage abgefragt wird. Der Wert 1 entspricht "unter 20 Jahre", der Wert 2 entspricht "20-29 Jahre", der Wert 3 entspricht "30-39 Jahre", usw. Als weitere Variable kommt die Standardpanelvariable nqgender, die das Geschlecht (M = männlich, F = weiblich) speichert, in den Beispielen vor.
 
1. Beispiel: Die Bedingung soll alle 20-59jährigen herausfiltern.
Die entsprechenden Personen haben in der Lebensalter-Frage die Werte 2, 3, 4 oder 5 angegeben. Die Bedingung kann also wie folgt formuliert werden: wenn Alterskategorie mindestens 2 UND höchstens 5 ist. Mindestens 2 wird mit "ist grösser oder gleich" 2 abgebildet, höchstens 5 wird mit "ist kleiner oder gleich" 5 abgebildet. Genauso wie in der Formulierung zuvor wird der logische Operator UND eingesetzt, um beide Bedingungszeilen zu verknüpfen.
 
2. Beispiel: Die Bedingung soll alle 20-59jährigen Männer herausfiltern.
Im Vergleich zum ersten Beispiel ist nun eine weitere Variable hinzugekommen. Die Bedingung kann wie folgt formuliert werden: wenn Alterskategorie mindestens 2 UND höchstens 5 UND Geschlecht männlich ist. Die weitere Variable wird in einer weiteren Bedingungszeile hinzugefügt. Da die Verknüpfung in der Bedingung "und" lautet, wird wiederum der logische Operator UND ausgewählt.
 
3. Beispiel: Die Bedingung soll alle 20-49jährigen Frauen und alle 30-59jährigen Männer herausfiltern.
Diese etwas komplexere Bedingung kann wie folgt formuliert werden: wenn Alterskategorie mindestens 2 UND höchstens 4 UND Geschlecht weiblich ODER Alterskategorie mindestens 3 UND höchstens 5 UND Geschlecht männlich ist. Die Bedingungszeilen für Lebensalter und Geschlecht weiblich werden - wie schon im zweiten Beispiel - mit dem logischen Operator UND verknüpft. Hinzu kommen nun noch die Bedingungszeilen für Lebensalter und Geschlecht männlich, die ebenfalls untereinander mit UND verknüpft werden. Da die gesamte Bedingung jüngere Frauen oder ältere Männer herausfiltern soll, wird zwischen den beiden Teilen (1.-3. Zeile und 4.-6. Zeile) der logische Operator ODER (am Ende der 3. Zeile) ausgewählt.
 
Komplexere Bedingungen lassen sich oftmals auf verschiedene Weise formulieren und entsprechend anders abbilden. Das nächste Beispiel wird die gleiche Bedingung aus dem dritten Beispiel in einer anderen Weise umsetzen.
4. Beispiel: Die Bedingung soll die gleiche aus dem dritten Beispiel sein.
Dieses Beispiel bildet eine Bedingung ab, die in der Formulierung jede einzelne Alterskategorie und bei zweien davon zusätzlich das Geschlecht einbindet: wenn Alterskategorie 2 UND Geschlecht weiblich ODER Alterskategorie 3 ODER Alterskategorie 4 ODER Alterskategorie 5 UND Geschlecht männlich ist. Die Auswahl der logischen Operatoren erfolgt wiederum anhand der zuvor formulierten Bedingung.
 
Bitte Vorrang der Operatoren beachten!
Das vierte Beispiel oben beinhaltet mehrere Verknüpfungen mit den logischen Operatoren UND und ODER. Dabei wird von Collector das UND grundsätzlich vor dem ODER behandelt. Im Beispiel 4 bedeutet das UND am Ende der ersten Bedingungszeile, dass die erste und zweite Zeile zusammen gehören (mit einem UND verknüpft sind). Genauso werden die fünfte und sechste Zeile als zusammen gehörend betrachtet. Somit verbleiben 4 Teile (1.+2. Zeile, 3. Zeile, 4. Zeile, 5.+6. Zeile), die jeweils durch ein ODER verknüpft sind. Collector überprüft für alle dieser vier Teile, ob sie zutreffen oder nicht. Trifft auch nur einer dieser vier Teile zu, ist die gesamte Bedingung erfüllt. Damit der erste Teil zutrifft, müssen sowohl die erste als auch die zweite Zeile zutreffen; damit der vierte Teil zutrifft, müssen sowohl die fünfte als auch die sechste Zeile zutreffen.
 
Bei den Bedingungen für Panelfilter gibt es eine Besonderheit. Es können Klammern gesetzt werden, die den Vorrang des UND Operators umgehen. Das folgende Beispiel wird die gleiche Bedingung aus dem zweiten Beispiel diesmal mithilfe von Klammern abbilden.
5. Beispiel: Die Bedingung soll die gleiche aus dem zweiten Beispiel sein.
Dieses Beispiel zeigt, wie man bei Panelfiltern mehrere mit ODER verknüpfte Bedingungszeilen den Vorrang vor dem UND Operator (zwischen Zeile 4 und 6) gibt. Durch eine öffnende Klammer am Anfang der ersten Zeile und eine schliessende Klammer am Ende der vierten Zeile werden diese vier Zeilen zusammen betrachtet. Erst danach kommt der Operator UND zum Zuge. Die Formulierung der Bedingung lautet also: wenn (Alterkategorie 2 ODER Alterskategorie 3 ODER Alterskategorie 4 ODER Alterskategorie 5) UND Geschlecht männlich ist.
 
Eine weitere Besonderheit gibt es bei konditionellen Sprüngen und Plausibilitätsüberprüfungen. Dort kann eine gesamte Bedingung auch als verwerfend definiert werden (standard ist bestätigend).
6. Beispiel: Die Bedingung soll alle herausfilteren, die nicht weiblich sind.
In diesem Beispiel wird Geschlecht = weiblich als Bedingung eingestellt. Anschliessend wird bei "Evaluationen" die Option "Verwerfend" markiert. Dadurch wird die komplette Bedingung negiert. In dieser einfachen Bedingung ist es leicht nachvollziehbar, was die Negation der Bedingung bedeutet. Aber schon bei etwas komplexeren Bedingungen wie im Beispiel 3 oder 4 kann die Negation der Bedingung zu unerwarteten Resultaten führen. Deshalb sollte die Negation nur angewendet werden, wenn sie durch eine bestätigende Bedingung nicht oder nur mit grossem Aufwand ersetzt werden kann.
 

Rechenoperationen in Ausdrücken

Alle Beispiele in den voran gegangenen Abschnitten haben in den Ausdrücken lediglich einzelne Variablen verwendet. Darüber hinaus sind auch die Grundrechenoperationen (Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division) zulässig, so dass Bedingungen mittels Berechnungen in den Ausdrücken vereinfacht werden können.
 
1. Beispiel: In einer Plausibilitätsüberprüfung soll geprüft werden, dass die Summe der unten genannten Kinder mit der Gesamtanzahl Kinder im Haushalt (aus der oberen Frage) übereinstimmt.
Die Variable der ersten Frage hat den Namen "gesamt", die Variable der zweiten Frage (Typ: Matrix mit Textfeld in erster Spalte) hat den Namen "kinder". Somit lautet die Bedingung in der Plausiblitätsprüfung: wenn kinder(1,1)+kinder(2,1)+kinder(3,1) ist ungleich gesamt.
 
2. Beispiel: Es soll wiederum in einer Plausibilitätsprüfung geprüft werden, dass das Gesamtbudget nicht überschritten wurde.
Die Variable der Frage (Typ: Matrix mit Textfeld in erster Spalte) hat den Namen "menge". Mittels Multiplikation der jeweiligen Menge mit dem entsprechenden Preis und Aufsummierung der Teilergebnisse wird der Gesamtpreis berechnet, der dann mit dem maximalen Budget verglichen werden kann: wenn menge(1,1)*2.5+menge(2,1)*3.5+menge(3,1)*3.5+menge(4,1)*3+menge(5,1)*7.5 ist grösser als 20.
 
Ein weiteres Anwendungsbeispiel für Berechnungen in Ausdrücken ist ein Online-Test, bei dem am Ende jeder Teilnehmer aufgrund seines Testergebnisses auf eine bestimmte Auswertungsseite gelangt. Hierfür gibt es nachfolgendes Manual:

Eine spezielle Berechnung, die ebenfalls in Collector ausgeführt werden kann, ist die Mittelwertberechnung (arithmetisches Mittel). Angenommen, man hat drei Variablen var1, var2 und var3, aus denen der Mittelwert berechnet werden soll, dann notiert man:
@avg(var1,var2,var3)
Die Variablen können sowohl Fragebogenvariablen als auch Panelvariablen sein. Es ist auch möglich Zahlen anstelle der Variablen zu verwenden. Sollte eine der verwendeten Variablen für den Teilnehmer leer sein oder gar nicht erst existieren, dann wird diese Variable automatisch von der Mittelwertberechnung ausgeschlossen.

Einsatz von Platzhaltern

Allgemeines zu Platzhaltern

Platzhalter ermöglichen es, in Texten, die für alle gleich formuliert sind, individuelle Inhalte einzufügen. Der Platzhalter selbst wird dabei automatisch von Collector durch den jeweiligen individuellen Inhalt ersetzt. Es können neben Panelvariablen auch Fragebogenvariablen in Platzhaltern zum Einsatz kommen, so dass Texte aufgrund von Antworten im Fragebogen dynamisch angepasst werden können.
 
An folgenden Stellen kann man Platzhalter verwenden: Textblöcke und Fragetexte, Antwortoptionen und Sub-Fragen, Aktionen (vom Typ Panelvariablenwert/ Fragebogenvariablenwert zuweisen), E-Mail Vorlagen, Spracheinstellungen (im Archiv).
 
Ein Platzhalter beginnt immer mit einer eckigen Klammer und einem Ausrufezeichen "[!" und endet mit einem Ausrufezeichen und einer eckigen Klammer "!]". Dazwischen befindet sich entweder ein Variablenname oder ein Label. Labels gibt es nur für Standardvariablen bzw. Standardfunktionen. Eine Übersicht über die Standard-Platzhalter finden Sie auf der Seite Liste mit Standardvariablen.
 

Beispiele und Hinweise

Platzhalter können in Fragebögen eingesetzt werden, um die Texte aus Antwortoptionen vorangegangener Fragen dynamisch in neue Fragen zu integrieren:
Das Beispiel zeigt eine Einfachauswahlfrage mit dem Variablennamen "bewertung". Auf der nächsten Seite wird offen nach dem Grund der Bewertung gefragt. Dabei wird die Antwort des Teilnehmers im genauen Wortlaut (anstelle des Platzhalters) wiedergegeben. Wenn der Teilnehmer in der ersten Frage beispielsweise "eher gut" auswählt, lautet die zweite Frage: "Warum hat Ihnen die Veranstaltung eher gut gefallen?"
 
Bitte beachten Sie, dass zwischen der ersten Frage und der Frage bzw. dem Textblock mit der Wiederholung der Antwort (mittels Platzhalter) ein Seitenumbruch bestehen muss.
Des weiteren beachten Sie bitte, dass bei Einfachauswahlfragen immer die Antwortoption im Wortlaut eingeblendet wird, die der Befragte zuvor ausgewählt hat. Bei Mehrfachauswahlfragen, bei denen jede Antwortoption ihre eigene Variable hat, wird immer - also unabhängig davon, ob eine Option ausgewählt wurde oder nicht - die Antwortoption eingeblendet.
 
Um auch bei Mehrfachauswahlfragen die Angaben des Teilnehmers an anderer Stelle dynamisch einblenden zu können, kann man folgenden Weg gehen:
Man legt eine Fragebogen- oder Panelvariable vom Typ Freitext an. (Im Falle einer Fragebogenvariable (=offene Frage) sollte diese durch einen Pflichtsprung im Fragebogen übersprungen werden. Im Falle einer Panelvariable muss das entsprechende Variablenset mit den Panels verknüpft werden, die mit dem Fragebogen verknüpft sind.) Diese Variable (im Beispiel "dummy_variable" genannt) wird mit den angekreuzten Antwortoptionen des Teilnehmers gefüllt. Dazu wird für jede Antwortoption eine eigene bedingungsgebundene Aktion vom Typ "Variablenwert zuweisen" angelegt. Die dummy_variable wird in diesen Aktionen jeweils mit sich selbst (um die bestehenden Einträge beizubehalten) und danach - z.B. mit Komma getrennt - mit der nächsten Antwortoption gefüllt (bitte das Apostroph am Anfang beachten!). Da diese Aktionen nur dann ausgeführt werden, wenn die jeweilige Antwortoption angekreuzt wurde (im Beispiel: wenn F2(1) entspricht 1), füllt sich die dummy_variable auch nur mit den Antwortoptionen, die angekreuzt wurden. Dort, wo die Antworten später dynamisch eingeblendet werden sollen, wird dann der Platzhalter [!dummy_variable!] verwendet.
 
Ein Platzhalter kommt auch zum Einsatz, wenn man ein Textfeld innerhalb eines Fragetextes oder einer Antwortoption platzieren möchte, um z.B. noch weiteren Text hinter das Textfeld zu schreiben:
Das Beispiel zeigt, wie der Platzhalter [!FELD!] festlegt, an welcher Stelle das Textfeld in der Frage (innerhalb des Fragetextes) erscheinen soll. Der Standard-Platzhalter [!FELD!] gibt - im Gegensatz zu den beiden vorher gehenden Beispielen - keine Variable wieder und steht immer zur Verfügung, ohne extra angelegt werden zu müssen.
 
Standard-Platzhalter und Panelvariablen-Platzhalter können auch in E-Mail-Vorlagen eingesetzt werden:
Das Beispiel zeigt den Einsatz des Standard-Platzhalters [!ANREDE!] und des Panelvariablen-Platzhalters [!NACHNAME!] in einer E-Mail-Vorlage. Anstelle dieser beiden Platzhalter erscheint später eine persönliche und geschlechtsspezifische Anrede, z.B. "Sehr geehrte Frau ..." (bitte beachten: für eine geschlechtsspezifische Anrede muss die Panelvariable "Geschlecht" für jeden Einzuladenen den entsprechenden Wert haben). Weiter unten in der E-Mail-Vorlage wird der Standard-Platzhalter [!LINK!] verwendet. Anstelle dieses Platzhalters erscheint der individuelle Link zum Fragebogen-Interview des Eingeladenen.
 
Platzhalter für Benutzername und Passwort:
In einigen Situationen ist es nicht möglich, den Teilnehmer mit einem individuellen Link einzuladen. Anstelle dessen wird der allgemeine Link verwendet, während der Panelteilnehmer mit seinem Benutzernamen und seinem Passwort identifiziert wird. Das kann auch automatisch erfolgen, ohne dass der Teilnehmer Benutzername und Passwort überhaupt kennen muss. Das Beispiel oben zeigt den Quellcode eines Einladungsmails, das einen Link "Hier geht's zur Online Befragung" enthält, der mittels allgemeinem Link den Fragebogen aufruft. Am Ende des Links werden die Variablen un (Benutzername) und pw (Passwort) mit den entsprechenden Werten aus den Panelvariablen nqusern und nqpwd belegt.


Ein weiteres Beispiel für den Einsatz eines Standard-Platzhalters ist die Drucken-Funktion am Ende eines Fragebogens:
Das Beispiel zeigt, wie man auf der Endseite eines Fragebogens die Option einfügt, dass der Teilnehmer seine Antworten ausdrucken kann. Das Wort "auszudrucken" wird mit einer Verlinkung versehen. In der Box, in der die Einstellungen des Links gesetzt werden, wird der Standard-Platzhalter [!DRUCKEN!] in das Feld "URL" eingetragen. Auf dieselbe Weise kann auch der Standard-Platzhalter [!PDF!] (zum Herunterladen der Antworten als PDF-Dokument) eingesetzt werden. Bitte beachten Sie, dass im Feld "Protokoll" die Option "andere" ausgewählt ist.
 
Das letzte Beispiel hier zeigt den Einsatz von Platzhaltern in den Spracheinstellungen:
Im Menü "Archiv" kann man die Option "Spracheinstellungen" auswählen, um dort die Texte und Meldungen der einzelnen Sprachen anzupassen. Bei bestimmten Meldungen können dynamisch Werte eingeblendet werden. Das Beispiel zeigt, wie in der Validierungsmeldung einer Mehrfachauswahl-Frage der Mindestwert bzw. der Höchstwert an möglichen Antworten mittels Standard-Platzhalter [!WERT!] eingefügt werden kann.
 

Berechnungen in Platzhaltern

Die Zahlenwerte einzelner Variablen können auch für Berechnungen (Addition, Subtraktion, Division und Multiplikation) innerhalb eines Platzhalters eingesetzt werden. Anstelle des Platzhalters wird dann das Ergebnis der Berechnung angezeigt. Der Platzhalter beginnt wie gewohnt mit "[!" und endet entsprechend mit "!]". Die Berechnungsformel wird zwischen den beiden Ausrufezeichen notiert:
Das Beispiel zeigt eine Mittelwert-Berechnung. Die Frage 4 ist eine Matrix-Frage mit Einfachauswahl, die als Ratingfrage (z.B. Skala von 1 bis 5) fungiert. Der Textblock auf der nächsten Fragebogenseite soll die durchschnittliche Bewertung der 4 Items der Ratingfrage wiedergeben. Dazu werden die Werte F4(1) bis F4(4) aufsummiert und durch die Anzahl 4 dividiert. Das Ergebnis wird (anstelle des Platzhalters) ausgegeben.

Das eben gezeigte Mittelwert-Beispiel liesse sich auch mit der speziellen Mittelwertberechnung innerhalb des Platzhalters umsetzen: [!@avg(F4(1),F4(2),F4(3),F4(4);1)!]. Der Parameter "1", der mit einem Semikolon von den Variablen getrennt ist, gibt an, auf wie viele Nachkommastellen das Ergebnis gerundet werden soll.
 
Hinweis:
Wenn man mittels Platzhaltern Werte wiedergibt (z.B. bei Matrix-Fragen), werden diese mit Nachkommastellen angezeigt. Um die Nachkommastellen nicht anzuzeigen, kann der Wert mit 1 multipliziert werden. Bei der Multiplikation wird automatisch auf ganze Zahlen gerundet. Bei der Multiplikation mit 1 bleibt gleichzeitig der Wert erhalten. Beispiel für gerundeten Wert: [!F4(1)*1!]
Auf diese Weise (eben genanntes Platzhalter-Beispiel) kann auch erzwungen werden, dass anstelle des Labels einer Einfachantwortfrage der Wert angezeigt wird.
 
 

Weitere Themen bzgl. der internen Variablen

Fragebogenvariablen anlegen

Für jede neue Frage im Fragebogen wird automatisch mit dem ersten Speichern der Frage eine Fragebogenvariable angelegt. Bei bestimmten Fragetypen wie Mehrfachauswahl- oder Matrix-Frage werden je nach Anzahl der Subfragen und Antwortoptionen mehrere Fragebogenvariablen angelegt. Um diese Variablen an anderer Stelle im Fragebogen verwenden zu können, müssen sie einen Namen bekommen. Den Variablennamen tragen Sie beim Anlegen einer neuen Frage oder beim späteren Bearbeiten einer schon bestehenden Frage in der Registerkarte "Allgemein" in der 4. Zeile bei "Variablenname" ein:
 
In jeder Frage können Sie genau einen Variablennamen vergeben. Der Variablenname ist optional. Er muss aber mit einem Buchstaben beginnen und darf ausser Buchstaben und Zahlen nur folgende Sonderzeichen enthalten: _ $ @
Wenn eine Frage (z.B. vom Typ Mehrfachauswahl oder Matrix) mehrere Variablen hat, kann in der Frage trotzdem nur ein Variablenname vergeben werden. Wie Sie die unterschiedlichen Variablen derselben Frage ansteuern können, lesen Sie im Abschnitt "Variablen auswählen".
 
Detaillierte Informationen zum Anlegen von Fragen und zu den Fragetypen erfahren Sie auf der Seite Fragen.
 

Panelvariablen anlegen

Panelvariablen werden innerhalb von Panelvariablensets angelegt. Wie Sie dies machen, ist auf der Seite Panels detailliert beschrieben. Für die Verwendung von Panelvariablen in einem Fragebogen ist es wichtig, dass das entsprechende Panelvariablenset mit einem Panel verknüpft ist, welches wiederum mit dem Fragebogen verknüpft sein muss.
 
Neben den selbstdefinierten Panelvariablen gibt es etwa ein Dutzend Standard-Panelvariablen, die nicht extra angelegt werden müssen. Diese Variablen befinden sich im Standard-Variablenset "Personalien". Eine Auflistung dieser Standardpanelvariablen finden Sie im Abschnitt, der den Einsatz von Platzhaltern beschreibt.